www.ifsh.de/IFSH/studium/mps.htm

Postgradualer Aufbaustudiengang
„Friedensforschung und Sicherheitspolitik“ in Hamburg

Der postgraduale Masterstudiengang „Friedensforschung und Sicherheitspolitik“, der von einem Kooperationsverbund deutscher Friedensforschungsinstitute (KoFries) getragen und von der Universität Hamburg zertifiziert wird, wurde in den Jahren 2002 bis 2008 durch die DSF gefördert. Er wird federführend vom Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (IFSH) betreut.
Das einjährige Aufbaustudienprogramm richtet sich an Hochschulabsolventen sowie an Personen, die bereits über einschlägige Berufserfahrungen verfügen. Das Studium ist durch interdisziplinäre und praxisrelevante Lehrinhalte gekennzeichnet und orientiert sich an einschlägigen Berufsfeldern.
Die Stiftung bewilligte für die Initiativförderung des Studiengangs eine Gesamtsumme in Höhe von 1,2 Mio. Euro. Die Fördermittel wurden insbesondere für die Finanzierung von Studienstipendien verwendet. Darüber hinaus standen Gelder für Personal- und Sachausstattungen zur Verfügung.

Mit dem Studienjahr 2007/08 lief die Förderung durch die DSF aus, so dass das Studienangebot nun unter Rückgriff auf lokale Ressourcen bzw. mit Unterstützung der Universität Hamburg fortgeführt wird. Der Masterstudiengang erlangte in den ersten Jahren seines Bestehens eine gute Reputation, so dass durch den Wegfall der von der DSF finanzierten Stipendien kein Einbruch bei den Bewerberzahlen zu verzeichnen war.

Aus Anlass der feierlichen Übergabe der Zeugnisse an die 27 Absolventen und Absolventinnen des Studienjahres 2007/08 und der Begrüßung der Studierenden des neuen Studienjahres hielt der Stiftungsvorsitzende der DSF, Prof. Dr. Volker Rittberger, in Anwesenheit der Universitätspräsidentin, Frau Prof. Dr. Auweter-Kurz, und der Senatorin für Wissenschaft und Forschung, Dr. Herlind Gundelach, einen Festvortrag über das Thema „Auf dem Weg zum nachhaltigen Frieden? Aufgaben der Friedensforschung zu Beginn des 21. Jahrhunderts“. Hierin hob er rückblickend hervor, dass die Unterstützung des postgradualen Masterstudiengangs „Friedensforschung und Sicherheitspolitik“ förderpolitisches Neuland für die DSF gewesen sei. Es sei deshalb für die Stiftung höchst erfreulich, dass sich das organisatorische Modell des Kooperationsverbundes als tragfähig erwiesen und das Studienangebot eine hohe Attraktivität erlangt habe. Dieser Erfolg sei auf das außerordentliche Engagement der Lehrenden und der Studiengangleitung zurückzuführen. Somit bestünden günstige Aussichten, dass der Masterstudiengang auch ohne die Förderung durch die DSF dauerhaft Bestand haben werde. Im zweiten Teil seines Festvortrags wandte sich der Stiftungsvorsitzende der Frage zu, was unter dem Begriff des „nachhaltigen Friedens“ zu verstehen ist und welche Herausforderungen für die Friedens- und Konfliktforschung hiermit verbunden sind. Er benannte exemplarisch vier Themenfelder, die eine besondere Aufmerksamkeit verdienten: die Rolle von Religionen in Gewaltkonflikten und Friedensprozessen, der Wieder- und Neuaufbau staatlicher Strukturen in Krisengebieten, die Notwendigkeit einer aktiven Abrüstungspolitik und präventiven Rüstungskontrolle sowie die Klimawandelfolgen und Gewaltkonflikte. Die Friedens- und Konfliktforschung habe zudem die Aufgabe, so Prof. Rittberger, ihre Befunde für die friedenspolitische Praxis und für interessierte Öffentlichkeiten nutzbar zu machen. Der Masterstudiengang „Friedensforschung und Sicherheitspolitik“ bilde eine Schnittstelle zwischen wissenschaftlicher Forschung und politischer Praxis. Er biete deshalb hervorragende Voraussetzungen für die Ausbildung wissenschaftlicher Fachkräfte, die für eine Umsetzung nachhaltiger Friedensstrategien benötigt werden.