Forschungsprojektförderung

 

Leitfaden zur Antragstellung auf Förderung von Vernetzungs- und Transferprojekten


Wir freuen uns, dass Sie sich für eine Projektförderung durch die Deutsche Stiftung Friedensforschung (DSF) interessieren. Dieser Leitfaden für die Förderung von Vernetzungs- und Transferprojekten soll Ihnen als Orientierung und Hilfestellung bei der Antragstellung dienen. Er gibt Auskunft über die Zielsetzungen und Förderkriterien der Stiftung und erläutert die Modalitäten, die bei der Ausarbeitung eines Projektantrags zu beachten sind. Für eine Beratung steht Ihnen die Geschäftsstelle gerne zur Verfügung.


Förderziele und Förderkriterien


Die Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, Forschungsinnovationen in der Friedens- und Konfliktforschung mit fokussierten Angeboten zu fördern. Die Förderangebote sollen ferner dazu beitragen, wissenschaftliche Nachwuchskräfte zu qualifizieren, die internationale und fächerübergreifende Forschungskooperation zu intensivieren sowie die Vermittlung von Erkenntnissen aus der Wissenschaft in die Praxis und Öffentlichkeit zu verbessern.
In den „Grundsätzen für die Förderung wissenschaftlicher Projekte“ legte der Stiftungsrat zum einen den inhaltlichen Rahmen für die Förderschwerpunkte der DSF fest (Präambel), zum anderen werden hierin die Förderkriterien und Begutachtungsverfahren der Stiftung erläutert. Bei der Beurteilung der Projektanträge kommen der wissenschaftlichen Originalität und Qualität sowie der Qualifikation des/der Antragsteller/in und der Relevanz für die Politik- und Gesellschaftsberatung eine grundlegende Bedeutung zu. Darüber hinaus werden Zusatzkriterien herangezogen, die für die Aufnahme eines Projektes in die Förderung ebenfalls ausschlaggebend sein können.


Das Vernetzungs- und Transferprojekt


Mit der Förderung von Vernetzungs- und Transferprojekten unterstützt die Stiftung die innerwissenschaftliche Kooperation und Kommunikation in Forschung und Lehre sowie die Vermittlung wissenschaftlicher Ergebnisse in die Praxis und Öffentlichkeit. Die Förderangebote für Vernetzung und Transfers werden im Folgenden getrennt erläutert, auch wenn sich einzelne Projekte gleichzeitig beiden Kategorien zuordnen lassen.


I.    Vernetzungsprojekt


Als Vernetzungsprojekt definiert die Stiftung zum einen über Einzelvorhaben hinausgehende wissenschaftsinterne Kooperations- und Austauschvorhaben in verschiedenen Erfahrungs- und Wissensgebieten (z. B. thematische Arbeitskreise ohne institutionelle Anbindung), zum anderen die Schaffung von Dialogforen zwischen Friedenswissenschaft, Praxis und Öffentlichkeit. Des Weiteren zählen auch didaktische Fortbildungen für wissenschaftliche Nachwuchskräfte der Friedens- und Konfliktforschung zu dieser Förderkategorie. Für wissenschaftliche Tagungen und Veranstaltungen kann ein Förderbudget von bis zu 10 T€ beantragt werden
Bei der Antragstellung sind neben den grundlegenden Förderkriterien wie thematische Relevanz, Originalität und Qualität der Projektdarstellung die folgenden Bewertungsmaßstäbe von Bedeutung:


•    Klar definierte Zielgruppen in Wissenschaft, politischer Praxis und Öffentlichkeit
•    Hinreichende Beteiligung von Referenten und Referentinnen aus der Friedens- und Konfliktforschung
•    Erwartete Folgewirkungen (Nachhaltigkeit) der Fördermaßnahme


In Einzelfällen können auch die strukturbildende Wirkung des Vorhabens, die Einbindung von Nachwuchswissenschaftler/innen und die Beteiligung verschiedener Fachdisziplinen als Förderkriterien von Bedeutung sein.


II.    Transferprojekt


Als Transferprojekt bezeichnet die Stiftung Vorhaben, die Erkenntnisse aus der Friedens- und Konfliktforschung in die politische Praxis und Öffentlichkeit vermitteln. Hierbei wird vorzugsweise der Transfer aus geförderten Forschungsprojekten der Stiftung unterstützt. Es können Fördermittel nur für Vorhaben beantragt werden, die einen originellen Transferbeitrag leisten, z. B. indem sie besondere Formate (Veranstaltungen, Materialien, Medien) nutzen und/oder neue Zielgruppen ansprechen. Hierzu zählen in bestimmten Fällen auch Editionsarbeiten für Publikationen, die wie z. B. Hand- und Lehrbücher eine grundsätzliche Bedeutung für die Friedens- und Konfliktforschung haben. Die Stiftung stellt für diese Zwecke Fördermittel von bis zu 5 T€ zur Verfügung.
Bei der Antragstellung sind neben den grundlegenden Förderkriterien wie thematische Relevanz, Originalität und Qualität der Projektdarstellung die folgenden Bewertungsmaßstäbe von Bedeutung:


•    Anwendung neuer Methoden
•    Klare Bestimmung der Zielgruppen/Erschließung neuer Zielgruppen
•    Öffentliche Sichtbarkeit des Vorhabens
•    Erwartete Folgewirkungen (Nachhaltigkeit) der Fördermaßnahme


Voraussetzungen und Anforderungen für die Antragstellung


Anträge auf Projektförderung können von wissenschaftlich qualifizierten Personen gestellt werden, die einer Hochschule, einer Forschungsinstitution oder einer anderen (gemeinnützigen) wissenschaftlichen Einrichtung bzw. Organisation, die wissenschaftliche Vorhaben im Themenfeld der Friedens- und Konfliktforschung durchführen wollen, angehören oder an diese angebunden sind.
Die Stiftung bewilligt Fördermittel grundsätzlich nur an eine Institution, die Bewilligung von finanzieller Mittel an Einzelpersonen ist nicht möglich. Eine sachkundige Verwaltung der Fördermittel durch die zuständigen Stellen der geförderten Einrichtungen und Organisationen wird vorausgesetzt. Antragsberechtigt sind Personen, die eine abgeschlossene Promotion nachweisen können.
Für eine aussichtsreiche Antragstellung ist der Stiftung eine klar strukturierte und aussagekräftige Projektdarstellung vorzulegen, die im Fall einer externen Begutachtung eine verständliche und hinreichende Grundlage zur Beurteilung des Vorhabens bietet. 


Die Projektdarstellung (ohne Zusammenfassung und Anhänge) darf einen Umfang von ca. 10 Seiten (max. 20.000 Zeichen inkl. Leerzeichen) nicht überschreiten. Ein Antrag sollte Ausführungen zu folgenden Gliederungspunkten enthalten:


I.    Zusammenfassung des Vorhabens (1-2 Seiten)
(Bitte getrennt beifügen)


•    Thema und Zielsetzung des Vernetzungs-/Transferprojektes
•    Originalität und Relevanz des Vorhabens
•    Projektkonzeption
•    Zielgruppen und erwartete Folgewirkungen
•    Antragsvolumen


II.    Langfassung des Antrags


a.    Allgemeine Angaben (tabellarisch)
•    Antragsart
•    Namen des Antragstellers/der Antragstellerin
•    Institution/Organisation/Fachgebiet
•    Thema des Vernetzungs-/Transferprojektes
•    Voraussichtlicher Termin der Durchführung
•    Antragsvolumen
•    Dienstadresse und Kontaktmöglichkeiten (Telefon, E-mail)


b.    Ausführliche Darstellung des Forschungsvorhabens
•    Zielsetzungen und erwartete Folgewirkung
•    Originalität des Vorhabens/Relevanz für die Friedens- und Konfliktforschung und/oder für die wissenschaftliche Politik und Gesellschaftsberatung
•    Aufbau und Kohärenz der Projektkonzeption
•    Instrumente- und Methodenwahl/Auswahlkriterien für die Referenten und Referentinnen
•    Angaben zu den Zielgruppen/zur öffentlichen Sichtbarkeit des Vorhabens
•    Kooperationspartner
•    Detaillierter Kostenplan ; bei Kofinanzierungen: Angaben über vorhandene Förderzusagen, laufende oder geplante Antragstellungen
•    Eigenleistungen der Einrichtung
•    Erklärung, dass der Antrag oder ein ähnlicher Antrag bei keiner anderen Förderungseinrichtung eingereicht wurde.
•    Datum und Unterschrift


c.    Anhänge
•    Informationen zu den Antragstellern/Antragstellerinnen
•    Angaben zu den Referenten und Referentinnen; feste Zusagen und alternative Besetzungen
•    Vorläufiges Veranstaltungsprogramm/Inhaltsverzeichnis usw.
•    Sonstiges (bitte unbedingt auf das Notwendige beschränken)


Die Antragstellung ist nicht an feste Termine gebunden. Anträge auf Förderung von Vernetzungs- und Transferprojekten sind jedoch mindestens sechs Monate vor der geplanten Durchführung in einer begutachtungsfähigen Fassung bei der Geschäftsstelle in Osnabrück einzureichen.
Der Antrag auf Projektförderung ist bei der Stiftung in zweifacher Ausfertigung und zusätzlich als elektronische Fassung einzureichen.


Aufstellung der Verwendungszwecke (Kostenplan)


Die Stiftung bewilligt Fördermittel für projektbezogene Personal-, Reise- und Sachkosten. Der Kostenplan ist nach Einzelpositionen aufzuschlüsseln und angemessen zu begründen. Pauschalbeträge können nicht berücksichtigt werden.
Die Kalkulation der benötigen Fördermittel ist nach dem Maßstab der Verhältnismäßigkeit vorzunehmen. Die Stiftung behält sich vor, die Kostenansätze ggf. zu modifizieren.
Die DSF erwartet, dass die erforderliche Infrastruktur für die Durchführung des beantragten Workshops von der geförderten Einrichtung zur Verfügung gestellt wird. Abweichungen sind im Antrag zu begründen. Overheadkosten werden nicht übernommen.


Bei der Erstellung des Kostenplans sind folgende Hinweise zu beachten:


I.    Personalkosten


Für die Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung einschlägiger Projekte können angemessene Personalmittel für studentische Assistenzkräfte beantragt werden. Im Antrag sind Angaben zum Aufgabenprofil, zum Umfang der Beschäftigung und zum Stundensatz (inkl. Lohnzusatzkosten) zu ergänzen.
Für die Dauer des Projektes übernimmt die geförderte Institution die Arbeitgeberfunktion und ist somit für die ordnungsgemäße Abwicklung der Personalkosten verantwortlich.


II.    Reisekosten


Die Stiftung bewilligt Fördermittel für die Flug-/Fahrt- und Aufenthaltskosten (Übernachtung, Bewirtung) der Referenten und Referentinnen, der Moderatoren und Moderatorinnen sowie der aktiv an der Organisation des Workshops Beteiligten.
Im Kostenplan sind die voraussichtlichen Reisekosten aufzuführen. Sie dürfen die jeweils gültigen Sätze des Bundesreisekostengesetzes (BRKG) nicht überschreiten.
Für die Bewirtung der Teilnehmer und Teilnehmerinnen hat die Stiftung besondere Richtlinien beschlossen, die in Anhang I dieses Leitfadens aufgeführt sind.


III.    Sachkosten


Die DSF gewährt Zuschüsse zu den Sachkosten, die unmittelbar bei der Vorbereitung und Durchführung des wissenschaftlichen Workshops entstehen und nicht als zumutbare Eigenleistung eingestuft werden können. Hierzu zählen z. B. Bürobedarf, Tagungsunterlagen sowie in begründeten Fällen auch Raummieten und die Anmietung technischer Ausrüstungen.


Begutachtungs- und Entscheidungsverfahren


Bei seriellen Förderungen von Vernetzungsprojekten werden keine Einzelgutachten eingeholt, sondern nachlaufende Evaluierungen durchgeführt. Vorhaben mit kleinen Förderbeträgen (bis max. 5 T€) können je nach Projekttyp und -thema ohne Gutachten entschieden werden. Für Vernetzungsprojekte mit Fördersummen von mehr als 5 T€ wird grundsätzlich ein externes Gutachten eingeholt.
Vor der Einreichung eines Antrags sollte noch einmal geprüft werden, ob hinreichende Ausführungen zu folgenden zentralen Punkten enthalten sind, zu denen die Stiftung ihre Gutachter und Gutachterinnen um eine Bewertung bittet (die Gewichtung und Relevanz kann je nach Projekt abweichen):


•    Relevanz für die Friedens- und Konfliktforschung
•    Originalität des Vernetzungs-/Transfervorhabens
•    Kohärenz der Projektkonzeption im Hinblick auf die Zielsetzung
•    Öffentliche Sichtbarkeit/Erwartete Folgewirkungen
•    Klare Bestimmung der Zielgruppen
•    Hinreichende Einbindung der Friedens- und Konfliktforschung
•    Verhältnismäßigkeit der beantragten Mittel


Die Entscheidung über die Förderung von beantragten Vernetzungs- und Transferprojekten trifft der Vorstand der DSF.


Bewilligung


Im Fall einer positiven Entscheidung durch den Geschäftsführenden Vorstand der DSF werden die Fördermittel an die jeweilige (inländische) Forschungseinrichtung bewilligt. Die Fördermittel müssen durch die Leitung der Einrichtung angenommen werden. Damit verbunden ist die Anerkennung der Bewilligungsbestimmungen der Stiftung, zu deren Einhaltung sich sowohl die Leitung der Einrichtung als auch der/die Projektnehmer/in verpflichten. Weitere Einzelheiten sind den Bewilligungsbestimmungen für Tagungsprojekte zu entnehmen.
Die Stiftung behält sich im Fall einer positiven Entscheidung über die Vergabe von Fördermitteln vor, eine endgültige Bewilligung erst auszustellen, wenn zu Einwänden der Stiftung und/oder Kritikpunkten in den Gutachten eine schriftliche Stellungnahme vorgelegt wurde oder die erforderliche Nachqualifizierung erfolgt ist. Die gutachterlichen Bewertungen werden in anonymisierter Form zur Verfügung gestellt.
Auch im Fall einer Ablehnung erhalten die Antragstellenden einen begründeten Bescheid. Es besteht die grundsätzliche Möglichkeit, Anträge auf Projektförderung nach einer empfohlenen Überarbeitung als Neuantrag bei der Stiftung einzureichen.

 

Osnabrück, im August 2013

AUS DEN GREMIEN:

 

Neuberufungen in den Stiftungsrat

 

Neues Führungsteam der DSF

 

Neue Mitglieder im Wissenschaftlichen Beirat

 

schneckener aktuell
Informationen zur Teilnahme des Vorstands-Vorsitzenden an Kick-off conference

 

Veranstaltungen der Stiftung:

 

Workshop der Stiftung und Fachsymposion von DSF und FONAS in Berlin

 

Transferveranstaltungen im Rahmen des Projektes „Salafismus in Deutschland. Forschungsstand und Wissenstransfer“

 

15 Jahre Deutsche Stiftung Friedensforschung

Veranstaltung aus Anlass des 15jährigen Bestehens der Stiftung
10. März 2016, 18 Uhr, Friedenssaal des historischen Rathauses der Stadt Osnabrück

zum Bericht

 

NEU IN DER PROJEKTFÖRDERUNG

FÖRDERKONZEPT DSF

 

Foerderkonzept



 

 

NEUE PUBLIKATIONEN

Stiftungseigene Veröffentlichungen

 

Projektpublikationen

 




Handbook on Sustainability Transition and Sustainable Peace
Herausgeber: Brauch, H.G., Oswald Spring, Ú., Grin, J., Scheffran, J. (Eds.) 
Springer 2016

 

dembinski

 

"Auslandseinsätze evaluieren. Wie lässt sich Orientierungswissen zu humanitären Interventionen gewinnen?" von Matthias Dembinski und Thorsten Gromes, HSKF-Report Nr. 8/2016

 

peacebuilding


Peacebuilding in Crisis
Rethinking Paradigms and Practices of Transnational Cooperation
Edited by Tobias Debiel, Thomas Held, Ulrich Schneckener
Routledge 2016

neueste Rezension in: Wissenschaft und Frieden 3/2016, S. 55-56

 

 

 

 

friedensgutachten 2017 

 

 

 

 

Friedensgutachten 2017

 

 

frieden lernen cover 

Frieden lernen mit Reportagen

 

 

 

 


 

 

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