Kleinprojektförderung

Wissenschaftliche Veranstaltung

The International Criminal Court after the 2010 Review Conference
Berlin
16.-17. Juli 2010 oder September 2010

Zusammenfassung

Die Entwicklung des Völkerstrafrechts ist durch die Errichtung des Internationalen Strafgerichtshof 2002 nicht zu einem Abschluss gekommen. Die Review Conference, die Anfang Juni 2010 in Kampala stattfand, wurde auf den Weg gebracht, um zum einen das Verbrechen der Aggression im Statut zu definieren, und zum anderen die Strafbarkeit des Einsatzes bestimmter verbotener Waffen auf nicht-internationale bewaffnete Konflikte zu erstrecken.
Obwohl bereits im ursprünglichen Statut das Verbrechen der Aggression als Straftatbestand angelegt gewesen war, hatten sich die Vertragsstaaten auf der Gründungskonferenz weder auf eine Definition des Verbrechens der Aggression einigen können, noch auf die vorzusehende Rolle des Sicherheitsrates. Dabei ist der Aggressionstatbestand von herausragender Bedeutung, ist es doch schließlich dessen Zweck, die Gewaltanwendung als solche auf internationaler Ebene zu pönalisieren und damit einen Schritt zur Konfliktvermeidung zu leisten.
Zudem war in Rom aus politischen Gründen davon abgesehen worden, in nicht-internationalen bewaffneten Konflikten die Strafbarkeit gewisser verbotener Waffen im Statut niederzulegen, im Gegensatz zur Strafbarkeit in internationalen bewaffneten Konflikten. Hier sollte es in Kampala zu einer Angleichung kommen, da eine grundsätzliche Unterscheidung zwischen den Konfliktformen auf humanitärvölkerrechtlicher Ebene heute nicht mehr angemessen erscheint.
Auf dem eintägigen Workshop wird ein international besetzter Teilnehmerkreis die Ergebnisse der Konferenz in Kampala in Bezug auf die beiden Aspekte bewerten. Insbesondere wird es darum gehen, die Rolle des Strafgerichtshofs im Gesamtsystem kollektiver Friedenssicherung zu würdigen. Der Termin nach dem erfolgreichen Verlauf der Konferenz bietet die Möglichkeit einer vertieften wissenschaftlichen Analyse.

Abstract

The setting up of the International Criminal Court in 2002 did not mark the end of the evolution of international criminal law. The 2010 Review Conference in Kampala has been staged to review certain outstanding issues in the Rome Statute among them being the definition of the crime of aggression and the inclusion of the use of certain weapons as war crimes in the context of non-international armed conflicts.
Though aggression had already been established as a crime in the Court’s original Statute, the Contracting Parties had neither been able to agree on the definition of aggression nor on the role of the UN Security Council on this issue. At the same time, the crime of aggression is of utmost importance as its intended purpose is to penalise the use of force at the international level, and thus to make an effort towards the prevention of conflict in general.
Furthermore, at the Rome Conference the Parties had refrained from establishing the criminal liability for the use of certain prohibited weapons in non-international armed conflicts. In Kampala, the alignment of both categories of armed conflicts in this regard has finally been achieved.
The workshop will be held shortly after the conclusion of the review conference. During the workshop, an international group of participants will evaluate the results of the Kampala Conference. In particular, the workshop will evaluate the International Criminal Court’s role regarding the general system of collective security. The workshop will provide an opportunity for an in-depth analysis of the issues arising from the review conference.