Kleinprojektförderung

Forschungsvorhaben

Das Konzept der Sicherheitssektorreform – reisefähig, ganzheitlich, demokratisch? Entwicklung eines Forschungsrahmens zur Analyse der Sicherheitssektorreform als Beitrag zur Konflikttransformation

Projektleiterin: Ruth Stanley
ProjektmitarbeiterInnen: Daniel Bendix, Anja Minnaert

Publikationen

Daniel Bendix und Ruth Stanley: Security Sector Reform in Africa. The Promise and the Practice of a New Donor Approach. ACCORD Occasional Paper, hrsg. von African Centre for the Constructive Resolution of Disputes, Durban 2008.

Daniel Bendix und Ruth Stanley: Reforma del Sector Seguridad en Áfrika. La promeca y la prática de un enfoque nuevo en la cooperatción al desarrollo. In: Cuadernos de Seguridad No. 7-08/2008, S. 13-63.

Daniel Bendix und Ruth Stanley: Engendering Security Sector Reform: Where to from Here? In: Sicherheit + Frieden 1/2008, S, 44-48.

Anja Minnaert und Ruth Stanley: Reforma del Sextor Seguridad en América Latina y Caribe. In: Cuadernos de Securidad 5/2007, S. 121-155.

Daniel Bendix und Ruth Stanley: Deconstructing local ownership of security sector reform: A review of the literature. In: African Securtiy Review 17.2, S. 93-104.

 

Zusammenfassung

Das Konzept der Sicherheitssektorreform (SSR) hat sich in den letzten zehn Jahren zu einer zentralen Thematik sowohl der Entwicklungszusammenarbeit wie auch der Post-Konflikt Peace-Building etabliert. SSR wird dabei als als einen holistischen Ansatz konzipiert, der die Reform des gesamten Sicherheitsapparats (einschließlich Militär, Polizei, Geheimdienste, Strafvollzug, Rechtssystem) unter Einbeziehung lokaler Akteure einschließlich der Zivilgesellschaft (local ownership) anstrebt und somit einen Beitrag zur Demokratisierung und good governance leistet.
Das Projekt geht von den folgenden Feststellungen aus: Erstens werden die zwei soeben genannten Elemente der SSR, Ganzheitlichkeit und local ownership, sowohl wegen ihrer mangelnden konzeptionellen Präzision wie auch wegen ihrer unzureichenden Umsetzung zunehmend in der Literatur krtisiert. Zweitens sind es jedoch genau diese Aspekte der SSR, welche ein normativ anspruchsvolles Verständnis von Sicherheit als ein rechtsstaatlich eingebundenes und demokratisch legitimiertes öffentliches Gut begründen und folglich zur dauerhaften Konflikttransformation beitragen können. Drittens liegen die Schwierigkeiten bei der Umsetzung dieser Ansprüche zum Teil in der Übertragung eines Verständnisses von SSR, das den lokalen Kontext zu wenig berücksichtigt.
Vor dem Hintergrund kritischer Bewertungen über die bisherige Konzeptionalisierung und Praxis der SSR strebt das Projekt eine Bestandsaufnahme von SSR-Projekten in Africa und Lateinamerika/Karibik an. Dies geschieht unter Fokussierung der zwei miteinender verbundenen Dimensionen ganzheitlicher Anspruch und local ownership. Die Begründung für diese Schwerpunktsetzung besteht darin, dass erst diese Aspekte von SSR seinen Anspruch begründen, gegenüber älteren (oft technizistisch bzw. auf reine Effizienzsteigerung ausgelegten) Projekten der Militärreform bzw. der Polizeihilfe einen qualitativ neuen Ansatz darzustellen. Sie besteht ferner in der dem Projekt zugrunde gelegten Annahme, dass SSR nur dann einen nachhaltigen Beitrag zur Konflikttransformation leisten kann, wenn die sowohl das gesamte Spektrum der sicherheitsrelevanten Institutionen einbezieht, wie auch an dem demokratischen Anspruch der local ownership festhält.