Kleinprojektförderung
Wissenschaftliche Veranstaltung
Macht in Konflikten - Macht von Konflikten: AKtuelle Forschungsarbeiten in der Friedens- und Konfliktforschung
Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung AFK, Schwerte
Jahreskolloquium 2011 07.-09. April 2011
zum Programm
Zusammenfassung
Innerstaatliche, zwischenstaatliche, gewaltsame oder nicht-gewaltsame Auseinandersetzungen – all diese Konflikte sind in vielfältiger Weise mit Macht verbunden. Selten verfügen Konfliktparteien über gleiche Ressourcen und Handlungsmöglichkeiten, wobei dieses Machtungleichgewicht zwischen den Streitparteien Konflikte auf unterschiedliche Weise prägen kann. Macht kann zu Konflikten führen, sie aber auch unterdrücken, indem beispielsweise unter Hinweis auf kulturelle Besonderheiten die Austragung von Konflikten zugunsten der Aufrechterhaltung von Herrschaft blockiert wird. Im Rahmen des Jahreskolloquiums der AFK soll diesem komplexen Verhältnis von Macht und Konflikten nachgegangen werden. Im Mittelpunkt steht dabei insbesondere die Frage, welche Rolle Macht bzw. mächtige Akteure für die Entstehung, Eskalation, aber auch die Prävention und Bearbeitung von Konflikten spielen. Andererseits gehen von Konflikten und ihren Austragungsformen Machtwirkungen aus, etwa auf die Veränderung von Institutionen, die Handlungsmöglichkeiten von Konfliktparteien außerhalb des Konfliktaustrags oder die Wahrnehmung von Konfliktlinien. Konflikte können hierbei auf Normen und Strukturen zurückwirken und diese ändern. Untersucht werden sollen sowohl die Rolle von Macht in einem Konflikt, etwa für dessen Austragungs- oder Bearbeitungsform, sowie die Macht von Konflikten, etwa als strukturierendes Element weit über die am Konflikt unmittelbar beteiligten Themen, Akteure und Institutionen hinaus.
Dieser doppelte Zusammenhang zwischen Macht und Konflikten bildete die übergreifende Fragestellung des AFK-Call-for-Panels-and-Papers, bei dem alle interessierten Friedens- und Konfliktforscher-Innen partizipieren konnten. Ziel dieses Verfahrens war eine stärkere Orientierung an den aktuellen Forschungsschwerpunkten der Friedens- und KonfliktforscherInnen sowie eine Intensivierung und Verbreiterung des innerwissenschaftlichen Diskurses. Zugleich sollte dadurch auch die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses verbessert werden. Insgesamt wurde aus sieben Panels und 44 eingereichten Papieren ausgewählt. Daneben wurde bei der Selektion auch berücksichtigt, dass wichtige Forschungsbereiche, Nachwuchs-WissenschaftlerInnen sowie aktuelle Themen und Ansätze einbezogen werden. Nach Abschluss des Auswahlverfahrens stehen elf Panels fest, an denen insgesamt 60 TeilnehmerInnen aktiv mitwirken werden (Präsentation, Moderation oder Diskussion). Diese können dem beigefügten Programm entnommen werden.
Offiziell eröffnet wird das AFK-Kolloquium am 7. April 2011 gegen 15.30 Uhr in der Evangelischen Akademie Villigst. An die Begrüßung der TeilnehmerInnen und die Vorstellung des Programms wird sich ein Vortrag der renommierten britischen Friedens- und Konfliktforscherin Prof. Dr. Vivienne Jabri zum Thema „From Conflict Research to the Analytics of Power in International Politics“ anschließen. Diese Präsentation soll einen Überblick über die angesprochene Thematik geben, die internationale Dimension der Tagung verdeutlichen und zu den Inhalten der einzelnen Panels überleiten, welche an den darauffolgenden Tagen stattfinden werden. Außerdem wird im Rahmen der Veranstaltung der Christiane-Rajewsky Preis 2011 zur Förderung talentierter Nachwuchswissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler der Friedens- und Konfliktforschung verliehen. Zum Abschluss der Tagung ist ein thematischer Roundtable als Plenarveranstaltung mit Beiträgen ausgewiesener ExpertInnen sowie einer anschließenden offenen Diskussion vorgesehen (11-13 Uhr).

