Tourism and Peace: How far does self-interest carry?
Durchführende Forschungseinrichtung:
Cologne Business School
Hardefuststraße 1
50677 Köln Kooperationspartner:
Ansprechpartner:
Dr. Markus Raueiser, Cologne Business School
Karsten Palme, COMPASS GmbH – palme@compass-cbs.de
Dr. Ulrike Joras, swisspeace - ulrike.joras@swisspeace.ch
Publikationen
Ulrike Joras: Motivating and Impeding Factors for Corporate Engagement in Peace. Exploring the case of the tourism industry. Swisspeace working paper 1/2009.
Alluri, Rina. The Role of Tourism in Post-Conflict Peacebuilding in Rwanda. Swisspeace working paper 2/2009.
Zusammenfassung
Problemstellung
Der private Wirtschaftssektor wird zusehends als möglicher Partner im Bereich von Konfliktbearbeitung und Friedensförderung gesehen. Dabei wird zum einen argumentiert, dass private Unternehmen zur Entstehung und Aufrechterhaltung gewaltsamer Konflikte beitragen können und aus diesem Grund in Konfliktbearbeitung integriert werden sollten; zum anderen wird an das unternehmerische Eigeninteresse appelliert. Gewaltsame Konflikte behindern wirtschaftliche Aktivitäten der meisten Unternehmen und können direkte Kosten mit sich bringen. In einem friedlichen Umfeld hingegen ist ein Wirtschaften ohne die Risiken, wie sie durch gewalttätige Auseinandersetzungen entstehen, möglich.
Der Tourismus gehört zu den Wirtschaftszweigen, die – so die weitläufige Meinung - von gewaltsamen Konflikten am ehesten betroffen sind. Gleichzeitig ist der Tourismus ein Wirtschaftszweig, der auf einen engen Kontakt zu lokalen Akteuren staatlicher sowie privatwirtschaftlicher Herkunft angewiesen ist. Gewaltsame Konflikte erhalten damit für die Tourismusbranche eine besondere Relevanz. Diverse Studien legen nahe, dass die Bewahrung oder Wiederherstellung von Frieden für diesen Sektor von substanziellem Interesse ist. Gewaltsame Konflikte führen in der Regel zu einem drastischen Rückgang des Reiseaufkommens und damit zu starken wirtschaftlichen Einbussen der gesamten Branche einschließlich der touristischen Unternehmen sowie Investoren und öffentlichen und privaten Institutionen.
Bislang betrachten aber nur wenige wissenschaftliche Beiträge, ob und wie das angenommene wirtschaftliche Eigeninteresse an einem friedlichen Umfeld touristische Unternehmen dazu bewegt sich in Konfliktbearbeitung und Friedensförderung zu engagieren. Insbesondere wurde bislang der Einfluss einer speziellen Branche, wie dem Tourismussektor, auf Friedensförderungsprozesse noch nicht wissenschaftlich untersucht. Die Studie möchte zu einem bessern Verständnis der Potentiale und Grenzen privatwirtschaftlichen Engagements in Konfliktbearbeitung beitragen und spezifisches Augenmerk auf den konflikt-sensitiven Tourismussektor lenken.
Ziele
Das Forschungsprojekt hat das Ziel, das Wirkungsgefüge zwischen unternehmerischem Handeln der Tourismusbranche, gewaltsamen Konflikten und Friedensförderung näher zu beleuchten. Es geht insbesondere darum, ein tiefergehendes Verständnis der Möglichkeiten und Grenzen des unternehmerischen Beitrags zur Friedensförderung zu erhalten. Dabei werden in einer vergleichenden Studie für den Tourismussektor die folgenden Fragen untersucht:
- Wie wirken sich die Effekte eines gewaltsamen Konflikts auf Unternehmen der Tourismusbranche aus?
- Wie wirken die Kosten eines gewaltsamen Konflikts auf die Bereitschaft eines Unternehmens sich für Friedensförderung einzusetzen (Selbstinteressensmotiv an Friedensförderung)?
- Welche Erfahrungen wurden bislang bezüglich der unternehmerischen Unterstützung von Friedensförderung gemacht und welche Potentiale und Grenzen gibt es?
Die Ergebnisse sollen nicht nur zum Verständnis der spezifischen Rolle von touristischen Unternehmen beitragen, sondern ferner Schlussfolgerungen für den Privatsektor als Partner in Friedensförderung allgemein zulassen.
Sowohl der Fokus auf das Selbstinteressensargument als Anreiz für unternehmerische Unterstützung von Friedensforschung, als auch der branchenspezifische Ansatz sind in der derzeitigen Literatur nur wenig berücksichtigt worden. Die Ergebnisse der Studie sind sowohl aus praktischer Perspektive, als auch aus Perspektive der Friedensforschung von Interesse.
Methodik
Die Fragestellung wird mittels einer vergleichenden, qualitativen Untersuchung der drei Fälle Libanon, Ruanda und Sri Lanka bearbeitet. Hierfür werden sowohl die regionalen Strukturen der Tourismuswirtschaft in ihrem Beziehungsgefüge zu Konfliktsituationen untersucht, als auch die Interessen und Strategien nationaler und internationaler Tourismusunternehmen analysiert.
Der interdisziplinäre Ansatz des Projekts (Betriebswirtschaft / Tourismusmanagement und Friedens- und Konfliktforschung) trägt dazu bei, ein möglichst umfassendes Verständnis der Rolle von privaten Unternehmen in Konfliktbearbeitung und Friedensforschung zu erhalten.
Tourism and Peace: How far does self-interest carry?
Research Institution:
Cologne Business School
Hardefuststraße 1
50677 Köln
Contact Persons:
Dr. Markus Raueiser, Cologne Business School
Karsten Palme, COMPASS GmbH
Dr. Ulrike Joras, swisspeace
Abstract
Background
The private business sector is increasingly considered to play a role in conflict management and peacebuilding activities. Private companies are seen as part and parcel of sustaining violent conflicts as well as solving them. One widely discussed motivation for integrating them into conflict prevention and conflict transformation activities is the fact that companies have the potential to cause and perpetuate conflicts, i.e. illicit diamond trading. Another significant motivation for encouraging companies to become more involved in conflict management lies in the self-interest of the private sector to support peace initiatives, as violent conflicts can hamper economic activities. A peaceful business environment enables effective economic activities without the impediments and risks associated with conflict.
As part of the private sector, the tourism industry is assumed to be particularly vulnerable to the impacts of violent conflicts. Scholarly research suggests that sustaining or establishing peace is of vital importance for tourism since violent conflicts can lead to a drastic decline in tourist arrival numbers and to significant economic losses for the entire field.
So far, little research has been undertaken on if and how the economic self-interest of a peaceful business environment can propel companies to actively engage in conflict management and peacebuilding work. There is also little research that focuses on a specific sector, apart from extensive work that has been done on extractive industries. It is the goal of the study to contribute to a better understanding of the potentials and limits of corporate contributions to peacebuilding, by focusing specifically on the tourism sector.
Goal
The research project seeks to examine the inter-linkages between tourism companies’ behaviour, violent conflicts and peacebuilding initiatives. In a comparative study of tourism sectors in three different countries, the following questions will be addressed:
- How does violent conflict affect tourism companies?
- How do costs associated with conflicts influence the tourism companies’ willingness to contribute to conflict prevention and peacebuilding (self-interest in peace)?
- Which experiences have been made so far with integrating private companies in peacebuilding and what are the limits and potentials?
The results should provide an overview on the role of private companies in peacebuilding in general, while enhancing the understanding of tourism companies in conflict and post-conflict environments, in particular. The results of the study are of practical relevance but also contribute to scholarly research in this field.
Methodology
Three country cases, Lebanon, Rwanda and Sri Lanka will be compared using a qualitative research methodology. The regional structure of the tourism sector, its inter-linkages to current and previous conflicts, as well as the interests of national and international tourism companies will be analyzed.
This study uses an interdisciplinary approach, which includes business administration (tourism management) and peace and conflict research, thus contributing to a more comprehensive understanding on the role of private companies in conflict management and peacebuilding.
