Präventive Rüstungskontrolle und Nanotechnologien

Forschungseinrichtung: Universität Dortmund, Fachbereich Physik
Lehrstuhl Experimentelle Physik III

Projektleitung: Dr. Jürgen Altmann

Publikationen

J. Altmann: Voennye nanotechnologii. Bozmozhnosti primenenija i
preventivnogo kontrolja vooruzhenij. Moskva: Technosfera 2006.

Altmann, Jürgen, Gubrud, Mark A.: Risks from military uses of nanotechnology - the need for technology assessment and preventive control
verfügbar unter http://www.ep3.ruhr-uni-bochum.de/bvp

Altmann, Jürgen: Mikrosystemtechnik fürs Militär, in: Physik Journal - Mai 2003, 2. Jahrgang

Jürgen Altmann: Military Uses of Nanotechnology: Perspectives and Concerns, Security Dialogue 35 (1), 61-79, March 2004

Altmann, Jürgen, Gubrud, Mark: Anticipating Military Nanotechnology. In: IEEE Technology and Society Magazine Vol.23 No. 4, 2004

Altmann, Jürgen, Gubrud, Mark A.: Military, Arms Control, and Security Aspects of Nanotechnology. In: Discovering the Nanoscale. Hrsg. Von Davis Baird. Amsterdam. 2004, S. 269-277.

Altmann, Jürgen: Limiting Military Uses of Nanotechnology. Draft paper for conference "Nanotechnology in Science, Technology and Society", Marburg, 13.-15. Jan. 2005
Verfügbar unter http://www.nano-marburg.net , papers, papers3

Jürgen Altmann: Preventive Arms Control. DSF Forschung, Heft 3, Osnabrück 2005 download

Jürgen Altmann; Military Nanotechnology. Potential applications and preventive arms control. Abingdon/New York 2006.

Zusammenfassung

Nanotechnologien behandeln Objekte und Strukturen, deren Größe in Nanometer (Milliardstel Meter) gemessen wird. Angestrebt wird die gezielte Gestaltung der Materie auf der Ebene von Molekülen und Atomen. Schon die evolutionäre Nanotechnologie, die an heutige Forschung anknüpft, verspricht grundlegende Innovationsschübe: schnellere und kleinere Computer, festere und leichtere Materialien, effektivere Maschinen, biologisch-künstliche Mischformen. Die noch spekulative visionäre Nanotechnologie wäre u.a. gekennzeichnet durch selbst-reproduzierende Systeme, die beliebige Güter produzieren könnten. Mit Nanotechnologie lassen sich sowohl für den zivilen wie für den militärischen Bereich weit reichende Folgen absehen. Im Militär könnten Nanotechnologien Verbesserungen herkömmlicher Waffen und Systeme bewirken, aber auch neuartige Anwendungen erlauben, z.B. Mikrokampfroboter, gezielt wirkende chemische/biologische Waffen und implantierte Systeme zum Analysieren und Beeinflussen von Körperfunktionen.
Aufbauend auf eine vorangegangene Untersuchung zur Mikrosystemtechnik (J. Altmann, Military Use of Microsystem Technologies – Dangers and Preventive Arms Control, Münster: agenda 2001) soll das Projekt für Nanotechnologie erste Erkundungen unter Fragestellungen präventiver Rüstungskontrolle durchführen. Aktuelle militärische Forschung und Entwicklung, v.a. in den USA, sollen zusammengestellt werden. Potentielle militärische Anwendungen sollen aufgezeigt werden. Diese sind unter Kriterien präventiver Rüstungskontrolle vorläufig zu beurteilen. Darauf aufbauend sollen Bereiche identifiziert werden, wo vorbeugende Begrenzungen geboten sein können. Erste Überlegungen sollen angestellt werden, ob entsprechende Maßnahmen möglich sind und wie diese gestaltet werden könnten. Schließlich sollen Fragestellungen für tiefergehende Untersuchungen ausgearbeitet werden.

Das Projekt wird bearbeitet im Rahmen des FONAS-Projektverbundes Präventive Rüstungskontrolle