Neue nicht-tödliche Waffen – physikalische Analysen für vorbeugende Begrenzungen

Projektleiter: Professor Dr. Dieter Suter

Publikationen

Jürgen Altmann: Acoustic Weapons Working in the Audio Range. In: Non-Lethal Options Enhancing Security and Stability. 3rd European Symposium on Non-Lethal Weapons. May 10-12, 2005. Hrsg. von: Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie (ICT), 2005.

Jürgen Altmann: Millimetre-Wave and Laser NLW: Physics Analysis and Inferences. In: Non-Lethal Weapons: Fulfilling the Promise? 4th European Symposium on Non-Lethal Weapons. May 21-23, 2007. Hrsg. von: Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie (ICT), Pfinztal 2007.

Jürgen Altmann, Judith Reppy: Non-Lethal Weapons: Democratic Necessity or Business as Usual? In: Democracy and Security. Preferences, Norms and Policy Making. Hrsg. von M. Evangelista, H. Müller und N. Schoernig. Abingdon/New York: Routledge 2008.

Jürgen Altmann: Millimetre Waves, Lasers, Acoustics For Non-Lethal Weapons? Physics Analyses and Inferences. DSF Forschung Nr. 16 Osnabrück: Deutsche Stiftung Friedensforschung 2008.

Jürgen Altmann: Analysing Properties of the Active Denial System (ADS) 5th European Symposium on Non-Lethal Weapons. May 11-13, 2009. Hrsg. von: Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie (ICT), Ettlingen 2009.

Zusammenfassung

Seit Mitte der 1990er Jahre werden verstärkt sogenannte nicht-tödliche Waffen erforscht und entwickelt, vor allem in den USA, aber zunehmend auch in anderen Staaten. Sie sollen Militär, Polizei und anderen Ordnungskräften neue Optionen der Gewaltausübung mit geringem Risiko von dauerhafter Schädigung oder gar von Tod ermöglichen. (Jedoch sollen diese Waffen beim Militär die bisherigen, tödlichen, nicht ersetzen, sondern ergänzen.)

In der öffentlichen Diskussion über nicht-tödliche Waffen wurden verschiedenartige Technologien vorgeschlagen, z.T. jedoch mit unrealistischen Versprechungen. Für die verantwortliche Beurteilung unter Gesichtspunkten des Kriegsvölkerrechts, der Menschenrechte, von Abrüstung, Nichtverbreitung, militärischer Stabilität usw. sind verlässliche Informationen über die Waffen und ihre möglichen Wirkungen erforderlich. Diese liegen meist nicht vor, weil neue Waffentechniken oft in militärischen Zusammenhängen entwickelt werden. Andererseits wird über solche Arbeiten in der Militärpresse berichtet, allerdings muss man hier immer damit rechnen, dass unvollständig informiert, unter- oder übertrieben wird. Es ist daher wichtig, dass in unabhängiger Forschung die möglichen Eigenschaften und Folgen neuer Waffentechniken untersucht werden. Auf der Basis teilweise veröffentlichter technischer Daten (z.B. Strahlleistung eines Lasers) sowie allgemein bekannter Gesetzmäßigkeiten (etwa über die Ausbreitung von Licht) lassen sich dabei verlässliche Aussagen gewinnen.1

Das Projekt soll in diesem Sinne fünf physikalische Technologien neuer nicht-tödlicher Waffen untersuchen:

Für jede dieser Technologien werden folgende Ziele verfolgt:
Die militärische Forschung und Entwicklung sollen zusammengestellt werden.
Die Eigenschaften der Waffe von der Quelle über die Ausbreitung bis zur Wirkung im Ziel soll beschrieben und analysiert werden.
Die Möglichkeiten zur Erzeugung überflüssige Verletzungen oder unnötiges Leiden sowie der Schädigung von Unbeteiligten bzw. Nichtkombattanten sollen untersucht werden.
Darauf aufbauend sollen erste Überlegungen zur Begrenzungen und Einsatzregeln angestellt werden.
Die Arbeit benutzt theoretische Methoden, eigene Experimente sind nicht vorgesehen.
Mit den zu veröffentlichenden Ergebnissen sollen grundlegende Voraussetzungen für eine fundierte internationale Debatte über den Umgang mit diesen Waffentechnologien geschaffen werden.

1  Ein Beispiel bietet die Studie J. Altmann, Acoustic Weapons – A Prospective Assessment: Sources, Propagation, and Effects of Strong Sound, Ithaca NY: Peace Studies Program, Cornell University, 1999 (gekürzt in Science and Global Security 9(3), 165-234, 2001)

Seit Mitte der 1990er Jahre werden verstärkt sogenannte nicht-tödliche Waffen erforscht und entwickelt, vor allem in den USA, aber zunehmend auch in anderen Staaten. Sie sollen Militär, Polizei und anderen Ordnungskräften neue Optionen der Gewaltausübung mit geringem Risiko von dauerhafter Schädigung oder gar von Tod ermöglichen. (Jedoch sollen diese Waffen beim Militär die bisherigen, tödlichen, nicht ersetzen, sondern ergänzen.)

In der öffentlichen Diskussion über nicht-tödliche Waffen wurden verschiedenartige Technologien vorgeschlagen, z.T. jedoch mit unrealistischen Versprechungen. Für die verantwortliche Beurteilung unter Gesichtspunkten des Kriegsvölkerrechts, der Menschenrechte, von Abrüstung, Nichtverbreitung, militärischer Stabilität usw. sind verlässliche Informationen über die Waffen und ihre möglichen Wirkungen erforderlich. Diese liegen meist nicht vor, weil neue Waffentechniken oft in militärischen Zusammenhängen entwickelt werden. Andererseits wird über solche Arbeiten in der Militärpresse berichtet, allerdings muss man hier immer damit rechnen, dass unvollständig informiert, unter- oder übertrieben wird. Es ist daher wichtig, dass in unabhängiger Forschung die möglichen Eigenschaften und Folgen neuer Waffentechniken untersucht werden. Auf der Basis teilweise veröffentlichter technischer Daten (z.B. Strahlleistung eines Lasers) sowie allgemein bekannter Gesetzmäßigkeiten (etwa über die Ausbreitung von Licht) lassen sich dabei verlässliche Aussagen gewinnen.1

Das Projekt soll in diesem Sinne fünf physikalische Technologien neuer nicht-tödlicher Waffen untersuchen:

Für jede dieser Technologien werden folgende Ziele verfolgt:
Die militärische Forschung und Entwicklung sollen zusammengestellt werden.
Die Eigenschaften der Waffe von der Quelle über die Ausbreitung bis zur Wirkung im Ziel soll beschrieben und analysiert werden.
Die Möglichkeiten zur Erzeugung überflüssige Verletzungen oder unnötiges Leiden sowie der Schädigung von Unbeteiligten bzw. Nichtkombattanten sollen untersucht werden.
Darauf aufbauend sollen erste Überlegungen zur Begrenzungen und Einsatzregeln angestellt werden.
Die Arbeit benutzt theoretische Methoden, eigene Experimente sind nicht vorgesehen.
Mit den zu veröffentlichenden Ergebnissen sollen grundlegende Voraussetzungen für eine fundierte internationale Debatte über den Umgang mit diesen Waffentechnologien geschaffen werden.

1  Ein Beispiel bietet die Studie J. Altmann, Acoustic Weapons – A Prospective Assessment: Sources, Propagation, and Effects of Strong Sound, Ithaca NY: Peace Studies Program, Cornell University, 1999 (gekürzt in Science and Global Security 9(3), 165-234, 2001)