Präventive Rüstungskontrolle: Analyse von Potentialen für Rüstungskontrolle
und Verifikation biologischer Waffen unter besonderer Berücksichtigung
neuer Entwicklungen in der Biotechnologie.
Forschungseinrichtung: Institut
für Mikrobiologie und Genetik, Technische Universität Darmstadt
Projektleitung: Prof. Dr. Kathryn
Nixdorff
Publikationen
Kathryn Nixdorff, Mark Hotz, Dagmar Schilling, Malcolm Dando: Biotechnology and the Biological Weapons Convention, Münster: agenda Verlag, 2003.
Alexander Kelle: Science, technology and the CBW control regimes. In: United Nations Institute for Disarmament Research. Disarmament Forum 01/2005, S. 7-16.
Malcolm Dando: The malign misuse of neuroscience. In: United Nations Institute for Disarmament Research. Disarmament Forum 01/2005, S. 17-24.
Kathryn Nixdorff: Assault on the immune system. In: United Nations Institute for Disarmament Research. Disarmament Forum 01/2005, S. 25-35.
Alexander Kelle, Kathryn Nixdorff and Malcolm Dando: Controlling Biochemical Weapons. Adapting Multilateral Arms Control for the 21st Century. Palgrave Macmillan, Basingstoke 2006.
Zusammenfassung
Das Vorhaben zielt auf die Analyse der Möglichkeiten von Rüstungskontrolle
und der Verifikation rüstungskontrollpolitischer Maßnahmen
bei biologischen Waffen. Dabei sollen die drei Interaktionszusammenhänge
von Naturwissenschaft – hier Biotechnologie und Molekularbiologie – unter
politischem Steuerungshandeln, sprich Rüstungskontrollmaßnahmen,
schwerpunktmäßig untersucht werden, die als entscheidend für
das Gelingen von Rüstungskontrollmaßnahmen bei biologischen
Waffen anzusehen sind. Gerade vor dem Hintergrund der gegenwärtigen
Krise der Genfer Verhandlungen über ein Verifikationsprotokoll zur
Biologische- und Toxinwaffen-Konvention (BTWC) – nach der Absage
der US-Regierung an dieses ergänzende Rüstungskontrollinstrument – erscheint
eine Neubestimmung dieser Zusammenhänge um so dringlicher.
Der erste Forschungsschwerpunkt befasst sich mit der Analyse neuerer Entwicklungen
im Bereich der Biotechnologie bzw. Molekularbiologie bezüglich ihrer Nutzbarkeit
für die Verifikation von biologischen Waffen (BW).
Im zweiten Projektteil wird eine naturwissenschaftlich basierte Analyse der
Missbrauchsmöglichkeiten dieser Entwicklungen für die Produktion
von BW durchgeführt, um „Risikobereiche“ für Rüstungskontrolle
und Verifikation biologischer Waffen sichtbar zu machen, die einer besonderen
politischen Aufmerksamkeit bei gegenwärtigen und künftigen Verhandlungen über
ein Verifikationsprotokoll zum BW-Übereinkommen bedürfen. Die Gentechnik
sowie Genomics und Proteomics werden im Mittelpunkt der Analyse stehen.
Der dritte Projektteil liefert eine Analyse der Chemiewaffen-Konvention (CWC)
und fragt nach den möglichen Lehren, die aus Verhandlung und vor allem
Implementierung des CWC für die Ausgestaltung des zukünftigen BTWC-Verifikationsregimes
gezogen werden können. Die Betrachtung beider Arten von potentiellen Kampfstoffen
in Zusammenhang mit den Verifikationsbestimmungen beider Regime ist um so erforderlicher,
da die rasanten Entwicklungen im Bereich der drug discovery eine potentielle
Gefahr für beide Regime darstellen. Dadurch gewinnt eine solche vergleichende
Analyse bezüglich der Implementierung beider Einkommen um so mehr an Relevanz.

