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Weltraumbewaffnung und die Möglichkeiten präventiver Rüstungskontrolle.

Forschungseinrichtung: Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Uni Hamburg (IFSH)  

Projektleiter: Dr. Goetz Neuneck

Publikationen

Götz Neuneck / André Rothkirch: Weltraumbewaffnung und Optionen für präventive Rüstungskontrolle. Osnabrück 2006.

Götz Neuneck und Oliver Meier: 4.2. Europas Politik zur Nichtverbreitung von Massenvernichtungswaffen. In: R. Mutz et al. Friedensgutachten 2006, Hamburg/Münster, S. 198-207

Götz Neuneck: Die drohende Bewaffnung des Weltraums und Möglichkeiten ihrer Begrenzung. In: Hrsg.: S. Albrecht, R. Braun, T. Held (Hrsg): Albert Einstein weiterdenken. Verantwortung des Wissenschaftlers und Frieden im 21. Jahrhundert, Peter Lang Verlag 2006, S.261-242.

Götz Neuneck / André Rothkirch: The Possible Weaponization of Space and Options for Preventive Arms Control. In: ZLW German Journal of Air and Space Law,  Vol. 55 (4) Winter 2006        Number 4, S. 501-516.

Götz Neuneck: Technical capabilities of commercial satellite imagery and overflights, Chapter 1. In: Oliver Meier: Aerial Surveillance and BWC Compliance Monitoring, Occasional Paper No.2, Research Group for Biological Arms Control November 2006, p. 6-12.

Götz Neuneck: Theodore A. Postols Kritik an den US-Programmen zur strategischen Raketenabwehr. In: Dieter Deiseroth, Annegret Falter (Hrsg.): Whistleblower in Gentechnik und Rüstungsforschung, Preisverleihung 2005. Berliner Wissenschaftsverlag Berlin 2006, S. S.31-38

Götz Neuneck: Theodore A. Postols Criticism of the American Missile Defense Program (GMD),  In: Dieter Deiseroth, Annegret Falter (Hrsg.): Whistleblower in Gentechnik und Rüstungsforschung, Preisverleihung 2005. Berliner Wissenschaftsverlag Berlin 2006, S. S.39-44.

Götz Neuneck/André Rothkirch: Rüstungskontrolle im Weltraum: Technologie, Transparenz und Vertrauensbildung. In: Götz Neuneck/Christian Mölling (Hrsg.): Die Zukunft der Rüstungskontrolle. Baden-Baden 2005, S. 367-383.

Annegret Falter/Götz Neuneck: Whistleblowing-Verantwortung übernehmen! Der Fall des MIT-Professsors Theodore A. Postol. In: Wissenschaft & Frieden 3/2005, S. 33-36.

Pia Kohorst/André Rothkirch/Götz Neuneck: Weltraumbewaffnung und Optionen präventiver Rüstungskontrolle. In: U. Ratsch/R. Mutz/B. Schoch/C. Hauswedell/C. Weller: Friedensgutachten. Münster 2005, S. 154-162.

Götz Neuneck / André Rothkirch: Space as a Medium of Warfare? Motivations, Technology and Consequences. In: Changing Threats to Global Security: Peace or Turmoil, XV. International Amaldi Conference. Hrsg. von Paul Fogelberg. Finnish Institute of International Affairs / Finnish Academies of Science and Letters. Helsinki 2004, S. 163-187.

Zusammenfassung

Insbesondere von der Bush-Administration wird neuerdings die Möglichkeit einer Bewaffnung des Weltraums zum Schutz der weltraumgestützten Infrastruktur wieder in Betracht gezogen. Begründet wird dies mit möglichen Programmen in China und Russland, aber auch mit den "rogue states" oder Terroristen, die Weltrauminfrastruktur angreifen könnten. Zu den in der Entwicklung befindlichen US-Systemen ist zum einen die Ausweitung der unter der Regierung Clinton begonnenen Systeme zur Abwehr von ballistischen Raketen (Missile Defense, MD) zu zählen, die im Weltraum operieren sollen. Zum anderen sind neue weltraumgestützte Systeme in der Planung und Entwicklung, die auch Satelliten bedrohen könnten, wie z.B. Weltraumlaser.

Bisher gibt es keine Waffen im Weltraum, aber auch keine völkerrechtlichen Regelungen, die konventionelle Anti-Satellitenwaffen (ASAT) im Weltraum verbieten. Den bisherigen rechtlichen Rahmen bilden der Weltraumvertrag von 1967, der Mondvertrag aus dem Jahre 1979 und der ABM-Vertrag von 1972. Diese Verträge verbieten zwar eine partielle militärische Nutzung (insbesondere die Stationierung von Massenvernichtungswaffen im Weltraum), bilden aber keine entscheidende Hürde für eine künftige Bewaffnung des erdnahen Weltraums. Die Einführung von „aktiven Waffen“ im Weltraum würde zweifelsohne eine neue Qualität in den internationalen Beziehungen bedeuten und könnte eine neue Runde qualitativer Rüstungsentwicklungen auslösen

Auf der Ebene der Rüstungskontrolle sind Bemühungen einer präventiven Einhegung dieser Entwicklung bisher wenig erfolgreich gewesen. Ziel des Forschungsprojektes ist es einerseits, die technischen Möglichkeiten von Waffensystemen im Weltraum auf der Basis heutiger und künftiger technologischer Entwicklungen zu analysieren sowie deren mögliche Konsequenzen für die internationale Sicherheit, die Rüstungskontrolle und die zivile Raumfahrt zehn Jahre nach Ende des Ost-West-Konfliktes abzuschätzen. Andererseits sollen vorbeugende Beschränkungsmöglichkeiten für eine aktive Nutzung von Weltraumwaffen aufgezeigt und Impulse für internationale Rüstungskontrolle gegeben werden. Friedenspolitisches Ziel ist es, den Weltraum frei von Waffen zu halten und die fortschreitende Militarisierung zu begrenzen.